Bild einer Stromtrasse und eines Windrades in Dunkelheit

Die Wahrscheinlichkeit eines großflächigen, länger andauernden Stromausfalls („Blackout“) ist nach Einschätzung von Fachleuten gering. Dennoch sind Gemeinde und Feuerwehr Rheurdt vorbereitet.

Denn ein Stromausfall kann auch aufgrund von Unfällen, Defekten oder anderer Zwischenfälle lokal auftreten und möglicherweise länger andauern.

Die Gemeinde Rheurdt ist Teil eines kreisweiten Krisenkonzeptes des Kreises Kleve (Blackout-Konzept), das für solche Fälle entwickelt wurde. Der Kreis übernimmt die übergeordnete Koordination, während die konkrete Organisation vor Ort durch Gemeinde und Freiwillige Feuerwehr erfolgt. Ab Sommer 2022 wurde das Konzept gemeinsam ausgearbeitet und regelmäßig fortgeschrieben – damals vor allem vor dem Hintergrund einer drohenden Energiemangellage.

Alle Vorkehrungen der Gemeinde Rheurdt im Überblick

  • Leuchttürme / Anlaufstellen für Notfälle während eines Stromausfalls
    • Rheurdt: Feuerwehrgerätehaus, Aldekerker Straße 7
    • Schaephuysen: Feuerwehrgerätehaus, Rheurdter Straße 5
    • Neufeld: Mobiler Leuchtturm (Feuerwehrfahrzeug mit 2-Personen-Besatzung)
    • Finkenberg/Saelhuysen: Mobiler Leuchtturm (Feuerwehrfahrzeug mit 2-Personen-Besatzung)
  • Kommunikation im Krisenfall: Beteiligte Behörden nutzen priorisiert den Digitalfunk sowie zwei Satellitentelefone (Bürgermeister und Leitung der Feuerwehr) zur Kommunikation.
  • Einsatzzentrale mit Notstromversorgung: Im Feuerwehrgerätehäusern Rheurdt richtet die Feuerwehr bei Bedarf eine lokale Einsatzzentrale ein.
  • Die Freiwillige Feuerwehr kann zur Besetzung der Wachen in Rheurdt und Schaephuysen alarmiert werden. Beide Standorte sind über eigens beschaffte Notstromaggregate abgesichert.

Was sind „Leuchttürme“ – und wofür sind sie gedacht?

Leuchttürme sind lokale Anlaufstellen in der Gemeinde, die bei längerem Stromausfall aktiviert und notstromversorgt werden. Sie sind zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichbar und dienen als:

  • Informationspunkt: aktuelle Lageinfos, amtliche Hinweise und Handlungs­empfehlungen.
  • Notruf-Weiterleitung: Wenn Telefon- oder Mobilfunknetz ausfallen, wird Ihr Notruf (110/112) dort aufgenommen und an die Leitstelle weitergegeben.
  • Kontaktstelle für Hilfeersuchen: Meldung von medizinischen oder sozialen Notlagen, Unterstützung für besonders Schutzbedürftige.
  • Koordinationspunkt der Einsatzkräfte: schnelle Abstimmung zwischen Gemeinde, Feuerwehr und Kreis.

Wichtig: Leuchttürme sind keine dauerhaften Aufenthalts- oder Versorgungszentren und ersetzen keine medizinische Behandlung. Sie sind zeitweise besetzt und werden nur bei Bedarf eingerichtet. Bürgerinnen und Bürger sollten sich die Adresse und Erreichbarkeit des nächstgelegenen Leuchtturms – auch an Orten, die Sie regelmäßig aufsuchen (Arbeitsplatz, Kita, Angehörige) – notieren.

Checkliste für Bürgerinnen und Bürger

1) Vorbereitung

Vorräte (für ca. 10 Tage)

  • Trinkwasser (Richtwert: ca. 2 l/Person/Tag)
  • Haltbare Lebensmittel (z. B. Nudeln, Reis, Konserven, Hülsenfrüchte, Öl)
  • Medikamente (persönlich verordnet) & kleine Notfallapotheke/Verbandskasten
  • Hygieneartikel & Haustierbedarf
  • Bargeld in kleiner Stückelung

Haushaltsausstattung

  • Taschenlampen (Batterie/Kurbel/Solar) + Ersatzbatterien
  • Kerzen/Teelichter in feuerfesten Gefäßen, Streichhölzer/Feuerzeuge
  • Batterie-/Kurbelradio oder Autoradio
  • Geladene Powerbanks / Solar-Ladegeräte
  • Warme Kleidung, Decken, Wärmflaschen
  • Camping-/Kochmöglichkeit nur im Freien (Gas/Spiritus/Grill) inkl. Brennmaterial
  • Für medizinische Notwendigkeiten: Notstromlösung für lebenserhaltende Geräte (sofern erforderlich)
  • Optional für längere Lagen: Einweggeschirr, Feucht- & Papiertücher, Desinfektionsmittel, Müllbeutel, Handschuhe, Wasserkanister/Eimer, Campingtoilette mit Beuteln

Dokumente & Kontakte griffbereit

  • Ausweis, Krankenversicherungskarte, wichtige Arzt- & Notfallkontakte
  • Adressen der Leuchttürme (zu Hause, am Arbeitsplatz, Kita/Schule, Angehörige)

Auf eine drohende Energiemangellage vorbereiten

  • Fahrzeug-Tank möglichst mindestens halbvoll halten
  • Kühl-/Gefrierschrank richtig einstellen (7 °C / −18 °C)
  • Elektrische Heizlüfter nicht als Ersatzheizung einplanen: teuer, ineffizient, Netzüberlastungs- und Brandgefahr
  • Heizung warten/einstellen lassen; richtig & regelmäßig lüften; Fenster/Türen abdichten.
  • „Stromfresser“ ersetzen; Geschirrspüler nur voll beladen (ECO), mit Topfdeckel kochen, Beleuchtung optimieren, Geräte nicht im Stand-by lassen.
  • Warmwasser sparen: Duschen statt Baden, kürzer/kühler duschen, häufiger kaltes Wasser nutzen.

2) Verhalten während des Stromausfalls

  • Ruhe bewahren und Nachbarn unterstützen (insb. Ältere, Kranke, Familien).
  • Prüfen: betrifft der Ausfall nur Ihr Haus oder die Umgebung? Gegebenenfalls Störungsinfo des Netzbetreibers prüfen.
  • Haus möglichst nicht verlassen; Radio einschalten (WDR-Lokalprogramm, Antenne Niederrhein), auf Lautsprecherdurchsagen achten.
  • Warn-App NINA (BBK) auf aktuelle Hinweise prüfen
  • Sirenen­signale beachten (Erklärungen auf den Seiten des Kreises Kleve und der Gemeinde Rheurdt).
  • Telefonate minimieren; Notruf 110/112 nur bei echten Notfällen.
  • Die Feuerwachen und Leuchttürme sind bei längerem Ausfall besetzt und leiten Notrufe an die Kreisleitstelle weiter.
  • Akkus schonen (Display dimmen, Funkmodule bei Bedarf abschalten).
  • Alle eingeschalteten Geräte und unnötige Sicherungen ausschalten, um Netzüberlastung beim Wiederanfahren vermeiden.
  • Aufzüge prüfen (sitzt jemand fest?) und unnötige Risiken vermeiden.
  • Kühl- und Gefriergeräte geschlossen halten; verderbliche Lebensmittel zuerst verbrauchen.
  • Kerzen/offenes Feuer nie unbeaufsichtigt; gut lüften, wenn Kerzen oder Gaskocher genutzt werden. Grillen/Kochen nur im Freien!
  • Wasser für Hygiene in Badewanne/Behältern sammeln; Grauwasser/Regenwasser nach Möglichkeit für die WC-Spülung verwenden.
  • Falls vorhanden und geübt: Wasserfilter mit Porengröße ≤ 0,1 µm nur gemäß Herstellerhinweisen nutzen.
  • Kein Internet/Telefon? Suchen Sie den nächstgelegenen Leuchtturm, dort wird Ihr Notruf weitergeleitet.

3) Wenn der Strom zurück ist

  • Geräte nacheinander wieder einschalten (Überlastungen vermeiden).
  • Lebensmittel in Kühl- und Gefriergeräten prüfen; angetautes schnell verbrauchen oder entsorgen.
  • Verbrauchte Vorräte gezielt wieder auffüllen.

Sicherheitshinweis: Nutzen Sie nur geprüfte, sichere Energiequellen. Improvisierte Lösungen (offenes Feuer, unsachgemäße Öfen/Heizer) bergen Vergiftungs-, Brand- und Explosionsgefahr. Technische Umrüstungen ausschließlich durch Fachbetriebe.

Weitere Informationen und Leitfäden

Aktuelle Hinweise veröffentlicht die Gemeinde Rheurdt und die Freiwillige Feuerwehr Rheurdt über die Social-Media-Kanäle.

Grundlegende Vorsorge-Infos und Checklisten finden Sie beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) unter: https://www.bbk.bund.de/DE/Warnung-Vorsorge/Vorsorge/Stromausfall/stromausfall_node.html.

Das BBK bietet beispielsweise einen allgemeinen, nicht ausschließlich auf Stromausfälle bezogenen Notfallratgeber zum digitalen Download oder zur kostenlosen Lieferung nach Hause an: https://www.bbk.bund.de/Buergerinformationen/Ratgeber/BBK-Vorsorgen-fuer-Krisen-und-Katastrophen

Ebenso steht eine ausfüllbare und druckbare Checkliste zur Verfügung: https://www.bbk.bund.de/Publikationen/Buergerinformationen/Ratgeber/Checklisten-zur-Vorsorge-Krisen-und-Katastrophen

Das Land NRW hat ebenfalls einen Selbstschutz-Guide für Katastrpühenlagen veröffentlicht: https://www.im.nrw/themen/gefahrenabwehr/versionen_selbstschutzguide

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